Alexander Sindermann

Tipp vom Fachmann – Artikel Lindenberg Aktiv – Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser

Lindenberg Aktiv 2017 - Vertrauen ist gut - Kotrolle ist besser
Rendite

2016 war ein recht gutes Aktienjahr. Der Weltaktienmarkt legte um knapp zehn Prozent an Wert zu. Lindenberg aktiv hat mit dem Fachwirt für Finanzberatung (IHK) und Bankkaufmann Alexander Sindermann von „Alexander Sindermann Finanz- & Vermögensmanagement“ (AS F&V) in Lindenberg darüber gesprochen.

Lindenberg aktiv: Herr Sindermann, wie viele Kunden haben vom guten Aktienjahr 2016 profitiert?

Alexander Sindermann (AS): Bei uns alle Kunden – je nachdem wie hoch Ihr Aktienanteil in ihrer Strategie war. Selbst in den Policen.

Lindenberg aktiv: Sind Aktien nicht sehr riskant und nur etwas für sehr vermögende Kunden?

AS: Ja und Nein. Eine Aktie an sich kann tatsächlich sehr gefährlich sein. Wer jedoch in den Weltmarkt investiert, der wird Eigentümer von mehr als 2.000 Unternehmen. In den Strategien, die wir bei ,AS F&V‘ für unsere Kunden entwickeln, partizipieren diese an 6.500 bis 12.000 Unternehmen. Da werden Risiken enorm gestreut. Zudem sollte der Anleger unbedingt auf einige Grundsätze achten, unter anderem darauf, dass er seine persönliche Schmerzgrenze (in Form von Wertschwankungen) nicht überschreitet. Daraus ergibt sich dann die Höhe des Aktienanteils.

Lindenberg aktiv: Gibt es nicht Spezialisten wie Fondsmanager, die für einen das Geld gut und sicher verwalten?

AS: Ja, die gibt es durchaus. Unzählige Studien belegen jedoch, dass die wenigsten den Markt schlagen. Aber alle haben aus meiner Sicht eines gemeinsam: sie verlangen für ihre Dienste durchaus edle Gebühren. Wir bei ,AS F&V‘ haben eine Erhebung über die Anlageergebnisse einiger Mitbewerber für das Jahr 2016 erstellt. Sie zeigt, dass es eine ganze Reihe von Fondsgesellschaften gibt, die bei einer Aktienquote von 80 bis 100 Prozent sage und schreibe weniger als fünf Prozent Zuwachs erwirtschafteten. Und das ohne Vertriebsgebühren oder ähnliches. Ein passiver Investor konnte mit der richtigen Ausrichtung und Aufteilung seiner Anlagen und nach Beratungsgebühren zwischen neun und 13 Prozent erwirtschaften. Völlig problemlos, da musste er nichts Spezielles machen – er musste es halt nur richtig machen.

Lindenberg aktiv: Was sind die Gründe für diesen enormen Unterschied?

AS: Ein ganz wesentlicher Grund sind die Gebühren. Speziell die sogenannten Transaktionskosten sind für Anleger schlecht nachvollziehbar. Die Wirtschaftswoche berichtete im Februar 2016 beispielsweise, dass gerade die Fondsgesellschaft Deka Investment recht viel und vor allem recht teuer bei der eigenen Mutter, der Deka Bank, Wertpapiere handelt. Eine Geschäftspolitik wie diese ist nicht immer zum Nutzen des Kunden und kommt ganz klar in der Performance der Fonds zum Ausdruck. Das Argument der Fondgesellschaften ist häufig dieses: wir managen ja auch die Risiken und stellen sicher, dass schlechte Marktphasen nicht so stark auf den Kunden wirken. Aber auch dieses Leistungsversprechen wird meiner Meinung nach regelmäßig nicht erbracht. Warum dann also aktiv handeln und Gebühren erzeugen? Immerhin kann der Unterschied nach zehn Jahren bei einer Investition von 50.000 Euro einen Kleinwagen ausmachen!

Lindenberg aktiv: Was raten Sie Anlegern?

AS: Erstens: Prüfen Sie gerade jetzt zum Jahresbeginn, wenn Sie die Depotauszüge bekommen, was Ihre Geldanlage gebracht hat. Wir bei ,AS F&V‘ haben eine Tabelle zur Orientierung erstellt. Wenn Ihre Ergebnisse in den jeweiligen Bandbreiten liegen, ist alles in Ordnung. Andernfalls haben Sie Gesprächsbedarf. Zweitens: Holen Sie sich eine Zweitmeinung eines unabhängigen Beraters ein. Er kann ihnen helfen zu bewerten, was die Leistung der Geldmanager wert ist. Unser Ziel in der Zusammenarbeit mit Anlegern ist, diese so gut wie möglich an die Marktrenditen heran zu bringen. Wenn Investoren diese bekommen, haben Sie schon deutlich mehr erreicht als viele aktive Investoren. Die richtige Gestaltung und Betreuung einer solchen Strategie ist die große Herausforderung.

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